Kleinmuseum Junkerstube

Hermann Krummenacher, Landwirt, Tellenmoos 3, 6182 Escholzmatt

Wohnhaus 1928

 

 

Wohnhaus 2011

Im Buch "Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern" 1987, von Heimz Horat steht auf Seite 134 Folgendes geschrieben: "Von den verschiedenen Gehöften am Hangfuss ist das äussere Tellenmoos zu nennen, dessen nach Osten erweitertes Wohnhaus in allen wichtigen Teilen erhaltenes Junkerhaus darstellt........".

Je mehr neue Häuser gebaut werden und je mehr alte Häuser abgebrochen werden, um so rarer und wertvoller sind die noch vorhanden Zeugen der Vergangenheit. Leider verfallen viele so alte Gebäude und müssen dann entfernt werden, weil es zu gefährlich wird darin zu wohnen. Man weiss dass eine umfassende Renovation eines alten Hauses  mehr kostet als ein Ersatzneubau, und das kann sich mancher Gebäudebesitzer nicht leisten.  Was mein Haus betrifft: Ich habe viel selber umgebaut und werde das möglichst auch weiterhin so tun. Was viel kostet sind die Arbeitsstunden des Bauhandwerkers und weniger das Baumaterial.

Chronik Wohnhaus Tellenmoos:

Erbaut um 1690 als Junkerhaus von Peter Krummenacher-Kleeb  ( Quelle: alte Gülten und Verschreibungen, Kapitalbedarf)

1801 und 1802: das Haus beherbergt ein Schulzimmer. Es ist die erste Schule vom Schulkreis Lehn und Vordergraben ( Quelle: Schulgeschichte Lehn und eine noch vorhandene alte Türe mit Gemälden darauf)

1856: Anbau Nordostseite. (Quelle: ein Teil von einem alten Steinofen mit Jahrzahl 1856)

1932: Anbau Nordwestseite, als Ersatz vom typischen Schleppdach wie bei Junkerhäusern üblich. (Quelle: mündliche Ueberlieferung und Jahrzahl von den Dachziegeln)

1955: Umau Wohnung Südostseite. (Quelle: Jahrzahl des Kachelofens)

Später weitere Umbauten und Renovationen. An einem alten, gut gepflegten Haus ist ständig etwas neu.

 

Ein Haus das Geschichten erzählen könnte: erbaut kurz nach dem Bauernkrieg. Das Entlebuch war damals Vogtei der "gnädigen Herren" von Luzern.

Bauernhaus: über die Freuden, Sorgen und Nöte der Bauern.

Junkerstube: über die Stadtluzerner Junkherren, welche in der Junkerstube während der Jagdzeit ihre Feste feierten.

Kriegserreignisse: vom Ueberfall Napoleons in die Schweiz, vom Sonderbundskrieg, sowie  vom ersten und zweiten Weltkrieg.

Schulgeschichte: von der Schulstube 1801 und 1802, wo allerdings nur im Winter Schule gehalten wurde.

Das Geisterhaus: in den Wänden sind an mehreren Stellen Zapfen eingefügt, wo ein Pfarrer Geister verbannt hat.

Das Spital: dem Schwiegervater meines Grossvaters (Anton Jenni 1832 bis 1909) wurde in der hinteren Wohnstube um 1900, wegen Altersbrand ein Bein amputiert.

Das Geburtshaus: unzählige Kinder (auch ich) sind im Verlauf der Jahrhunderte in dem Haus geboren worden. Die letzte Hausgeburt war im Jahr 1956